Heilerden

Als eines der ältesten Heilmitteln der Menschheit wurden Erden schon in der Antike im Rahmen der altägyptischen Medizin genutzt.

In neuester Zeit gilt es als probates Mittel gegen resistente Keime wie EHEC oder Salmonellen bis hin zu den gefürchteten Krankenhauskeimen (MRSA). Sehr beliebt ist sie auch als hochwirksames Mittel gegen Sodbrennen, Magenübersäuerung und Durchfallerkrankungen. Hautunreinheiten und –krankheiten lassen sich vorzüglich behandeln.

In Industrie, Gartenbau und Landwirtschaft werden die Erden vielfältig eingesetzt, vornehmlich zur Wasserenthärtung, Drainage, Verbesserung der Hygiene und Gesundheitsförderung von Nutztieren, aber auch zur Dekontamination von Wasser, weil sie unter anderem Caesium und Strontium adsorbieren.

Tiere ziehen ihren Nutzen von jeher aus den guten Eigenschaften verschiedener Erden. Forscher haben herausgefunden, dass die unterschiedlichsten Tiere gezielt nach Erden suchen und dadurch genauso wie Menschen Darminfektionen bekämpfen. Sie haben z.B. Schimpansen beobachtet, die nach dem Verzehr von vergorenen Früchten ihre Beschwerden mit der gezielten Einnahme einer handvoll Heilerde zu lindern wissen. Für viele Tiere sind Sand- Staub- und Schlammbäder eine wohltuende Art, Parasiten und Lästlinge loszuwerden, ihre Haut zu reinigen, zu schützen und zu pflegen.

Wirkung
Die hocheffiziente Wirkungsweise erklärt sich durch folgende Prinzipien:

  1. Kristallstruktur
    Durch die besondere Struktur der einzelnen, staubkornkleinen Partikel wirken sie ähnlich wie ein Kohlefilter. Die Zusammensetzung von jeweils drei-bis fünflagigen kleinsten Plättchen ermöglicht das Anlegen kleiner „Container“, in denen verschiedene Stoffe aus Darm, Schleimhaut und Haut aufgenommen und eliminiert werden können. So wird z.B. das sog. Skatol, ein giftiges Abbauprodukt der Eiweißverdauung, entsorgt. Diese Fähigkeit kann durch weiteres Vermahlen zu noch kleineren Partikeln verstärkt werden, es entstehen dadurch die verschiedenen Feinheitsgrade in den sie angeboten werden („ultra“ usw.)
  2. Ionenaustausch
    Der Ionenaustausch, das heißt die Fähigkeit der Partikel, ihre freien Kationen gegen andere auszutauschen, ermöglicht das Einlagern neutraler Verbindungen in die Mikroporen der Kristallstruktur (Adsorption).
  3. Antibakterielle Eigenschaften
    Die antibakterielle Wirkung entsteht zum einen durch die enthaltenen Verbindungen, zum anderen durch die Oberflächeneigenschaft, also die Fähigkeit zur Bindung – das Packen zwischen die feinen Plättchen und den Abtransport der so „gesammelten und verpackten“ Stoffe. Ähnlich wie bei der Eliminierung von Bakterien durch Makrophagen, jene Fresszellen die Bakterien umfließen und verdauen bzw. zersetzen, wirkt die durch Heilerde angereicherte Flüssigkeit beim Durchströmen des Darms.

Basische Kläranlage
Übersäuerungsschutz bieten die enthaltenen Mineralien durch die Bildung einer Art Basen-Reserve. Die eingenommene basische Flüssigkeit bewirkt dabei eine Aufnahme toxischer Stoffwechselprodukte, abgestorbener Bakterienreste und aller sonstigen sauren Rückstände aus dem Darm.

Mit einem kleinen Experiment lässt sich diese Filterwirkung sehr anschaulich darstellen:
Man nimmt hierfür verschmutztes, trübes Wasser und füllt es in ein Wasserglas. Dem setzt man einen Esslöffel Heilerde zu und verrührt es. Man wartet ein Weilchen, bis sich der Bodensatz gebildet hat. Was vorher stark verkeimt und ungenießbar war, ist nun quasi keimfrei und hat Trinkwasserqualität. Diesen Effekt der Heilerden nutzt die Lebensmittelindustrie, um schädliche Stoffe z.B. aus Ölen zu filtern.

Handelsbezeichnungen

Bentonit
Benannt nach der Benton-Formation / Fort Bent, Montana, ist Gestein aus verwitterter Vulkanasche, eine Mischung aus verschiedenen Tonmineralien. Der wichtigste, namensgebende Bestandteil ist Montmorillonit (60–80 %). Bentonit verfügt über eine ungewöhnlich hohe Adsorptionsfähigkeit durch die große Partikeloberfläche und physikalischen Eigenschaften.

So können Schimmelgifte, Pestizidrückstände, Schwermetalle und radioaktive Partikel / Cäsium -13 + 137 im Magen-Darmtrakt fest an die Bentonit-Partikel gebunden und mit dem Kot ausgeschieden werden, bevor sie im Körper resorbiert werden können.

Nach den Fallouts in Tschernobyl und Fukushima wurde Bentonit an Rinder, Schweine, Schafe und Wildtieren zum Futter gegeben. Über die Verringerte Aufnahme von Radioaktivität bzw. Ausscheidung von Cäsium und Strontium über den Stuhl liegen zahlreiche Studien vor, die diesen großen Erfolg belegen.

Grüne Mineralerde (Tonerde)
Sie stammt aus Lagerstätten in Frankreich und wird seit den 1950er Jahren von der Firma Argiletz abgebaut und vertrieben. Entstanden aus Löß, gibt es sie auch noch – je nach Mineralienzusammensetzung- in den Farben Gelb, Weiß und Rot.

Klinoptilolith
ist die Sammelbezeichnung für eine Gruppe nicht näher spezifizierter Minerale aus der Gruppe der Zeolithe innerhalb der Mineralklasse der „Silikate und Germanate“.

Luvos-Heilerde

Hierzlulande der Klassiker unter den Tonerden, die seit über 90 Jahren in Deutschland , genauer gesagt im Taunus, in einer Tiefe von 10 Metern „gestochen“ wird.

Zeolith
Thermisch aktiviertes Naturgestein sedimentären Ursprungs.

Diese Seiten dienen Informationszwecken und sind mit Sorgfalt recherchiert worden. Die Darstellung wissenschaftlicher Studien ist nicht dazu gedacht, ein natürliches Lebensmittel als Heilmittel zu propagieren.